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Newsletter vom 15.09.2014

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Inhalt

Ergänzung zum Editorial Wissen Besser leben Ernährung

Grüezi

Zum Glück ist da noch die Sache mit den Genen. Den Genen kann man doch immer die Schuld zuweisen. Dabei soll es keinen Unterschied machen, ob es sich um Charaktereigenschaften oder um Krankheiten handelt ...?

«Wenn Sie glauben, dass die Gene Ihr Leben bestimmen, und sie wissen, dass Sie keinen Einfluss darauf hatten, welche Gene Sie bei Ihrer Empfängnis mitbekommen haben, dann haben Sie allen Grund, sich als Opfer der Vererbung zu fühlen.»

Bruce H. Lipton, Ph. D.
¹

Tatsache ist, dass unser Glaube und unsere Überzeugungen unseren Körper und unseren Verstand und damit unser Denken kontrollieren. Und damit wird unser Leben gesteuert und nichts hat mit diesen ominösen Genen zu tun. Daraus folgt, dass es wirklich sinnvoll ist, unser Denken und unsere Glaubensmuster ein wenig genauer anzuschauen!

Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit und einen schönen Tag – jeden Tag, bis zum nächsten Brief im Dezember 2014.

Robert Gruber


¹ Bruce Harold Lipton (* 21. Oktober 1944 in Mount Kisco, New York) ist ein US-amerikanischer Entwicklungsbiologe und Stammzellforscher. Er trat besonders durch die Verbreitung des Gedankens hervor, dass die Gene und die DNA durch Gedanken und Einstellungen eines Menschen beeinflusst werden können. Inzwischen sind diese Auffassungen durch die Erkenntnisse der Epigenetik bestätigt worden.



Ergänzung zum Editorial

Der Fadenwurm "Caenorhabditis elegans"

"Caenorhabditis elegans" ist ein Fadenwurm, der vor allem in der Entwicklungsbiologie und der Genetik als Modellorganismus erforscht wird.

Der erwachsene Wurm ist nur etwa einen Millimeter lang und hat einen Durchmesser von 0,065 mm. Er lebt normalerweise im Boden gemässigter Klimazonen, das Temperaturoptimum liegt zwischen > +4 C und < +30 C. Dort ernährt der Wurm sich von Bakterien, die totes organisches Material abbauen.

Was ihn für unsere Überlegungen interessant macht, sind die Daten aus seiner Anatomie:

Der primitive Fadenwurm, der sehr schnell wachsend ist und sich rasch vermehrt, hat einen präzis gebauten Körper, der aus exakt 959 Zellen und einem einfachen Gehirn und exakt 302 Nervenzellen besteht. Das Genom dieses Fadenwurms besteht aus 23'217 Genen. Der menschliche Körper mit seinen über fünfzig Billionen Zellen enthält nur 1'500 Gene mehr (gesamthaft zwischen 20'000 und 25'000 Gene), als der mikroskopisch kleine, wirbellose, tausendzellige Wurm!¹

So gesehen gibt es einfach nicht genügend Gene, um mit ihnen die Komplexität des menschlichen Lebens oder der menschlichen Krankheiten zu erklären!

Eine Meinung sagt aus, dass der Mensch durch die Genetik prädisponiert sei. Doch da entgegne ich: "Meine Arbeit bietet mir Beweise dafür, dass der Grundsatz des genetischen Determinismus (genetisch durch Vorbedingungen eindeutig festgelegt) nicht stimmig sein kann. Ich bin keine biochemische Maschine, die durch meine Gene gesteuert ist!"

¹ Quelle: Wikipedia/Caenorhabditis elegans



Wissen

Ohne Worte viel sagen – Gestik unterstützt die Sprache

Noch ist nicht erforscht, was zuerst war. Sprache oder Gestik?

Unsere tierischen Verwandten, die Affen, kommunizieren genau wie wir nebst der Sprache auch mit Gesten. Sie haben eine eigene Zeichensprache, die je nach Primatengruppe unterschiedlich sein kann. Forscher haben gar festgestellt: Wer mehr gestikuliert, bekommt auch eher eine Antwort.

Was wir heute wissen ist, dass es ohne Gesten auch keine Sprache gäbe und umgekehrt. Bis zu neunzig Prozent unserer Kommunikation ist Körpersprache. Sie besteht aus Mimik, Körperhaltung und Gestik. Die Bewegungen von Händen, Armen und Kopf gehören so selbstverständlich zu unserer Kommunikation, dass wir uns meist gar nicht bewusst sind, dass wir gerade gestikulieren oder auf Gesten anderer reagieren.

Trotzdem sind Gesten von grossem Nutzen vor allem für den Gestikulierenden. Schliesslich nützt es niemandem ausser uns selbst, wenn wir beim Telefonieren wild mit unsren Händen herumfuchteln.

Forscher der US-amerikanischen Uni Alberta führten eine Studie durch, die beweisen soll: Gestikulieren hilft beim Nachdenken. Das Team um die Psychologin Elena Nicoladis¹ beobachtete dafür die Gestik von Kindern. Die Acht– bis Zehnjährigen sahen einen Trickfilm, den sie nacherzählen mussten. Das Resultat: Mädchen gestikulierten viel häufiger und konnten sich besser an die Handlungen erinnern. Gestikulieren hilft dem Gedächtnis also tatsächlich auf die Sprünge.

Nebst dem Unterschied, dass Frauen mehr gestikulieren als Männer, gibt es weitere Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen streicheln häufig ihren Hals oder ihre Haare. Das sind Gesten, mit denen oft griechische Göttinnen abgebildet wurden. Die Gesten von Männern hingegen benötigen mehr Platz, was den Eindruck vermittelt, der Mann sei gross!

Gesten unterscheiden sich zudem von Kultur zu Kultur. In unseren Breitengraden ist für jedes Kind klar, dass Kopfnicken "Ja" und Kopfschütteln "Nein" bedeutet.

In einigen Kulturen, wie Bulgarien, Nordgriechenland, Indien, Finnland oder Sri Lanka, wird dagegen leichtes Kopfschütteln als Zustimmung verstanden, wobei bei der Bewegung des Kopfschüttelns in Indien noch unterschieden wird, ob die Schüttelbewegung um die Längsachse oder entlang der nach vorne ausgerichteten horizontalen Achse (Kopfwackeln) erfolgt.

In Äthiopien werfen die Menschen den Kopf zurück, um eine Frage zu bejahen. In der Türkei, Griechenland und in Süditalien wäre dies ein klares "Nein". In Japan verneint man nicht mit Kopfschütteln, sondern indem man wie ein Scheibenwischer mit der rechten Hand vor dem Gesicht wedelt.

Ursprünglich basieren alle Gesten auf einer Handlung. Wenn beispielsweise im Mittelalter ein Ritter die Hand gab, signalisierte er damit: "Ich komme in friedlicher Absicht, ohne Waffe." Über die Jahrhunderte wurde dann aus der einst symbolischen Handlung eine gängige Alltagsgeste.

Wo sich dieser Wechsel genau vollzog, können Forscher noch nicht beantworten. Und so ist die Eingangsfrage, was zuerst war, noch immer offen: Worte oder Gesten?

In diesem Zusammenhang gibt es ein interessantes Phänomen, das auf deutschen Grossbaustellen anzutreffen ist. Dort arbeiten oft bis zu 25 verschiedene Nationalitäten aus verschiedenen Kulturkreisen. Aus diesem Grund wird in der sogenannten Baustellenordnung auch immer die "Baustellensprache" festgelegt. Nun ist es aber so, dass manche Beschäftigte auf diesen Baustellen doch etwas einfacher strukturiert sind, bis hin zu echten Analphabeten. Dies bedeutet nichts anderes, als dass jedes Mal, wenn mit einem Beschäftigten kommuniziert werden muss, man sich zuerst vergewissern muss, ob sich die beiden tatsächlich verstehen. Wenn ersichtlich ist, dass die gesprochene Frage nicht verstanden wurde, geht man auf "Hände und Füsse" über, also auf das Gestikulieren.

Dieses Gemisch aus Sprache und Gestik, Mimik funktioniert auch mit vielen Tieren. Versuchen Sie mal, nur mit der Sprache, einem Hund aus einem anderen Land etwas zu vermitteln. Das wird bestimmt nicht gut funktionieren. Mit der besagten Kommunikationsmischung klappt das, denn Tiere sind sehr aufmerksame Beobachter.

Leider gibt es mit dieser Thematik nur wenig Literatur. Einen netten Überblick hierzu gibt es in Desmond Morris' Buch "Manwatching" in dem er die kulturellen Unterschiede von menschlichen Gesten für ein und dieselbe Sache aufzeigt und diese dann auch mitunter mit tierischem Verhalten vergleicht.

¹ Elena Nicoladis, Associate Professor, University of Alberta, Department of Psychology
Quelle: University of Alberta/Elena Nicoladis



Besser leben

Das Gedankenkarussell verlassen

"Ohrwurm ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein eingängiges und merkfähiges Musikstück, das dem Hörer für einen längeren Zeitraum in Erinnerung bleibt und einen hohen akustischen Wiedererkennungs– und Reproduktionswert besitzt. Der Duden definiert Ohrwurm als "Lied, Schlager, Hit, der sehr eingängig, einprägsam ist", abgeleitet von den gleichnamigen Insekten, die nach volkstümlicher Vorstellung "gern in die Ohren" kriechen.

Der Begriff soll bildlich ausdrücken, dass die Musik wie ein Wurm in den Gehörgang hineinkriecht und dort bleibt. Dieser Begriff wurde als Lehnwort earworm ins Englische übernommen. Weitere im Englischen gebräuchliche Begriffe sind sticky music (klebrige Musik) oder head music (Kopfmusik)."¹

Aber wenn es nicht nur die Musik wäre! Unzählige Fragen können uns durch die Wiederkehr in unserem Kopf belasten. Manchmal sind sie plötzlich da und lassen uns nicht mehr los. Gefährlich wird es, wenn man vor lauter Nachdenken und Abwägen immer ängstlicher und inaktiver wird. Dann wird das Grübeln lähmend. Der Schritt bis hin zur Depression ist dann nicht mehr weit.

Doch gibt es Auswege, aus diesem Karussell rauszukommen. Die entsprechende Technik ist für jedermann unterschiedlich. Dann geht es darum, die für sich geeignete Anwendung zu finden. Bei manchen Betroffenen reicht es, wenn eine CD mit einer geliebten Musik abgespielt wird. Bei anderen wiederum hat das überhaupt keinen Effekt.

Ebenfalls einfach und ebenso einleuchtend ist die Technik, seine Aufmerksamkeit bewusst auf Sinneseindrücke zu lenken. Sich bewusst werden, was man gerade sieht, wie sich die Füsse anfühlen oder ganz einfach, die Umgebung bewusst wahrnehmen. Diese Technik kann wirklich ablenken.

Doch nicht jedem Grübler hilft das gleiche Vorgehen. Manche sind in der Lage, unkontrollierte Gedanken einfach stehen zu lassen und nicht mehr darum herum zu studieren. Anderen hilft es, die drohende Grübelei schlicht auf später zu verschieben: sich ganz bewusst sagen, dass jetzt keine Lösung gefunden werden kann und dann ein Zeitfenster auf einen späteren Zeitpunkt festzulegen.

Erlösend kann auch die Frage an sich selber sein, was man sich vom Grübeln eigentlich verspricht. Soll das zur Lösung des Problems führen? Oder soll dadurch die Situation verbessert werden? Es geht darum sich bewusst zu werden, dass das Grübeln noch nie zu einer Lösung geführt hat. Nie ist eingetroffen, was man sich in Gedanken zurecht gelegt hat.

Genau hier drin liegt der Trugschluss. Der Mensch tendiert dazu, sich zu viel vom Grübeln zu versprechen. Wenn man sich dessen bewusst wird, erkennt man, dass zu viel nachzudenken einen letztlich nur vom Leben abhält.

¹ Quelle: Wikipedia/Ohrwurm



Ernährung

Ein Lebensmittel-Kompass

Hersteller von Lebensmitteln setzen viel daran, ungesunde Bestandteile ihrer Produkte im Packungsaufdruck zu verschleiern. Oberflächliche Verbraucherschutzverordnungen lassen ihnen da jede Menge Spielraum. Aufklärung tut also Not. Dafür sorgt das Portal das-ist-drin.de. Zu hunderten konkreter Produkte findet man eine systematische Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe.

Unverständlicher Chemiekauderwelsch wird erläutert, sodass auch Laien schnell verstehen, weshalb beispielsweise eine Kindermilchschnitte keineswegs so gesund ist, wie es uns der Hersteller in der Werbung weismacht. Die sogenannte "Lebensmittelampel" hat das-ist-drin.de modellhaft bereits eingeführt. Bei vielen Produkten lässt sich so mit einem Blick erfassen, ob sie nahrhaft oder eher dick machend sind. Allergiker erfahren ausserdem, welche reizauslösenden Stoffe in ausgewählten Lebensmitteln stecken.

Interessant ist auch die Seite für Vegetarier, bei der die E-Nummern nicht wie üblich nach deren Gefährlichkeit beziehungsweise deren Bedenklichkeit aufgezeigt werden, sondern auch deren Inhalt und deren Ursprung.

Ein Beispiel: E 493 Sorbitanmonolaurat

Dieser Zusatzstoff soll unbedenklich sein. Da der ADI-Wert¹ von 25 mg/kg Körpergewicht jedoch schon durch 150 g Schokolade oder Feinbackwaren erreicht werden kann, raten Verbraucherschützer von einem häufigen Verzehr von Lebensmitteln mit diesem Zusatzstoff ab. Weiter heisst es (Zitat):

Achtung! Wenn Sie Allergiker sind und/oder tierische Produkte meiden und/oder Gentechnik in Ihren Lebensmitteln ablehnen und/oder einen hohen Verzehr von Lebensmitteln mit diesem Zusatzstoff haben, beachten Sie bitte folgende Hinweise:

¹ Als Mass für die Menge eines Zusatzstoffes, die mit grösster Wahrscheinlichkeit gesundheitlich unbedenklich ist, hat sich der ADI-Wert etabliert.

INSTITUT FÜR NATURPHILOSOPHIE • Robert Gruber
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Tel: +41 (0)79 638 0854
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